OVH Dokumentation

Konfiguration von IP-Aliasing

So fügen Sie Failover-IPs zu Ihrer Konfiguration hinzu

Stand 07.09.2018

Einleitung

IP-Aliasing ist eine spezielle Konfiguration im Netzwerk Ihres Servers, mit der Sie mehrere IP-Adressen auf einem einzigen Netzwerkinterface verknüpfen können.

In dieser Anleitung erklären wir Ihnen, wie Sie diese Option konfigurieren.

Voraussetzungen

Beschreibung

In dieser Anleitung finden Sie die Konfigurationen für die gängigsten Distributionen.

Debian 6/7/8 und Derivate

Schritt 1: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, damit Sie jederzeit zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können:

cp /etc/network/interfaces /etc/network/interfaces.bak

Schritt 2: Die Quelldatei bearbeiten

Sie können nun die Quelldatei ändern:

editor /etc/network/interfaces

Fügen Sie anschließend ein sekundäres Interface hinzu:

auto eth0:0
iface eth0:0 inet static
address IP_FAILOVER
netmask 255.255.255.255

Um sicherzustellen, dass das sekundäre Interface aktiviert wird, wenn auch die eth0 Schnittstelle aktiv ist, fügen Sie die folgende Zeile zur Konfiguration von eth0 hinzu:

post-up /sbin/ifconfig eth0:0 IP_FAILOVER netmask 255.255.255.255 broadcast IP_FAILOVER
pre-down /sbin/ifconfig eth0:0 down

Wenn Sie zwei Failover-IPs einrichten, muss die Datei /etc/network/interfaces wie folgt konfiguriert werden:

auto eth0
iface eth0 inet static
address SERVER_IP
netmask 255.255.255.0
broadcast xxx.xxx.xxx.255
gateway xxx.xxx.xxx.254

auto eth0:0
iface eth0:0 inet static
address IP_FAILOVER1
netmask 255.255.255.255

auto eth0:1
iface eth0:1 inet static
address IP_FAILOVER2
netmask 255.255.255.255
# IPFO 1
post-up /sbin/ifconfig eth0:0 IP_FAILOVER1 netmask 255.255.255.255 broadcast IP_FAILOVER1
pre-down /sbin/ifconfig eth0:0 down

# IPFO 2
post-up /sbin/ifconfig eth0:1 IP_FAILOVER2 netmask 255.255.255.255 broadcast IP_FAILOVER2
pre-down /sbin/ifconfig eth0:1 down

Schritt 3: Interface neu starten

Im letzten Schritt starten Sie Ihr Interface neu:

/etc/init.d/networking restart

Debian 9+, Ubuntu 17+, Fedora 26+ und Arch Linux

Bei diesen Distributionen wurde die Benennung von Interfaces in eth0, eth1... abgeschafft und es wird nun die generische Bezeichnung systemd-network verwendet.

Schritt 1: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, damit Sie jederzeit zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können:

cp /etc/systemd/network/50-default.network /etc/systemd/network/50-default.network.bak

Schritt 2: Die Quelldatei bearbeiten

Sie können nun wie folgt Ihre Failover-IP zur Quelldatei hinzufügen:

nano /etc/systemd/network/50-default.network
[Address]
Address=22.33.44.55/32
Label=failover1 # optional

Das Label ist optional und dient nur zur Unterscheidung der verschiedenen Failover-IPs.

Schritt 3: Interface neu starten

Im letzten Schritt starten Sie Ihr Interface neu:

systemctl restart systemd-networkd

CentOS und Fedora (25 und vorherige)

Schritt 1: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, um sie als Template verwenden zu können:

cp /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth0 /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth0:0

Schritt 2: Die Quelldatei bearbeiten

Sie können nun die Datei eth0:0 ändern, um die neue IP einzugeben:

editor /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth0:0

Ersetzen Sie zunächst den Namen von Device, danach die existierende IP-Adresse mit der Failover-IP, die Sie erhalten haben:

DEVICE="eth0:0"
ONBOOT="yes"
BOOTPROTO="none" # For CentOS use "static"
IPADDR="IP_FAILOVER"
NETMASK="255.255.255.255"
BROADCAST="IP_FAILOVER"

Schritt 3: Interface neu starten

Im letzten Schritt starten Sie Ihr Interface neu:

ifup eth0:0

Gentoo

Schritt 1: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, damit Sie jederzeit zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können:

cp /etc/conf.d/net /etc/conf.d/net.bak

Schritt 2: Die Quelldatei bearbeiten

Bearbeiten Sie nun die Datei, um die Failover-IP hinzuzufügen. In Gentoo wird ein Alias direkt im eth0 Interface hinzugefügt. Anders als bei Red Hat oder CentOS wird hier keine eth0:0-Schnittstelle erstellt.

Die Standard-IP des Servers muss in derselben Zeile wie config_eth0= stehen. So wird sichergestellt, dass bestimmte OVH spezifische Vorgänge ordnungsgemäß funktionieren.

Setzen Sie hierzu einen Zeilenumbruch nach netmask 255.255.255.0 und fügen Sie Ihre Failover-IP hinzu (SERVER_IP muss durch die Haupt-IP Ihres Servers ersetzt werden).

editor /etc/conf.d/net

Fügen Sie folgende Zeile hinzu:

config_eth0=( "SERVER_IP netmask 255.255.255.0" "IP_FAILOVER netmask 255.255.255.255 brd IP_FAILOVER" )

Die Datei /etc/conf.d/net muss folgende Angaben enthalten:

#This blank configuration will automatically use DHCP for any net.
# scripts in /etc/init.d. To create a more complete configuration,
# please review /etc/conf.d/net.example and save your configuration
# in /etc/conf.d/net (this file :]!).
config_eth0=( "SERVER_IP netmask 255.255.255.0"
"IP_FAILOVER netmask 255.255.255.255 brd IP_FAILOVER" )
routes_eth0=( "default gw SERVER_IP.254" )

Damit Sie Ihre Failover-IP pingen können, muss nur noch das Netzwerkinterface neu gestartet werden.

Schritt 3: Interface neu starten

Im letzten Schritt starten Sie Ihr Interface neu:

/etc/init.d/net.eth0 restart

openSUSE

Schritt 1: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, damit Sie jederzeit zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können:

cp /etc/sysconfig/network/ifcfg-ens32 /etc/sysconfig/network/ifcfg-ens32.bak

Schritt 2: Die Quelldatei bearbeiten

Ändern Sie anschließend die Datei /etc/sysconfig/network/ifcfg-ens32 wie folgt:

IPADDR_1=IP_FAILOVER
NETMASK_1=255.255.255.255
LABEL_1=ens32:0

cPanel

Schritt 1: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, damit Sie jederzeit zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können:

cp /etc/ips /etc/ips.bak

Schritt 2: Die Quelldatei bearbeiten

Ändern Sie nun die Datei /etc/ips:

editor /etc/ips

Anschließend fügen Sie die Failover-IP zur Datei hinzu:

IP_FAILOVER:255.255.255.255:IP_FAILOVER

Fügen Sie danach die IP-Adresse in /etc/ipaddrpool hinzu:

IP_FAILOVER

Schritt 3: Den Dienst neu starten

Im letzten Schritt starten Sie Ihr Interface neu:

/etc/init.d/ipaliases restart

Windows Server

Die Netzwerkeinstellung von Windows Servern ist häufig mit DHCP konfiguriert. Wenn Sie bereits eine Failover-IP angelegt oder Ihre Konfiguration als statische IP definiert haben, können Sie direkt zum nächsten Schritt übergehen.

Andernfalls wechseln Sie zunächst von einer DHCP-Konfiguration auf Netzwerkebene auf eine statische IP-Konfiguration.

Starten Sie die Eingabeaufforderung cmd oder powershell und geben Sie den folgenden Befehl ein:

ipconfig /all

Sie erhalten daraufhin zum Beispiel Folgendes:

Result of "ipconfig /all" command

Notieren Sie dann IPv4, Subnetzmaske, Standardgateway sowie den Namen der Netzwerkkarte.

In unserem Beispiel lautet die IP des Servers: 94.23.229.151

Die nächsten Schritte können Sie entweder über Kommandozeilen oder über die grafische Benutzeroberfläche ausführen:

In Kommandozeilen (empfohlen)

In den untenstehenden Befehlen ersetzen Sie Folgendes:

Befehl Wert
NETWORK_ADAPTER Name der Netzwerkkarte (in unserem Beispiel: Local Area Connection)
IP_ADDRESS Server-IP-Adresse (in unserem Beispiel: 94.23.229.151)
SUBNET_MASK Subnetzmaske (in unserem Beispiel: 255.255.255.0)
GATEWAY Standardgateway (in unserem Beispiel: 94.23.229.254)
IP_ADDRESS_FAILOVER Failover-IP-Adresse, die Sie hinzufügen möchten

Achtung: Die Eingabe falscher Informationen führt dazu, dass der Server nicht mehr erreichbar ist. In diesem Fall sind Korrekturmaßnahmen im WinRescue-Modus oder über KVM erforderlich.

In der Eingabeaufforderung:

  1. Umschalten auf statische IP
netsh interface ipv4 set address name="NETWORK_ADAPTER" static IP_ADDRESS SUBNET_MASK GATEWAY
  1. DNS-Server festlegen
netsh interface ipv4 set dns name="NETWORK_ADAPTER" static 213.186.33.99
  1. Failover-IP hinzufügen
netsh interface ipv4 add address "NETWORK_ADAPTER" IP_ADDRESS_FAILOVER 255.255.255.255

Ihre Failover-IP ist jetzt funktionsfähig.

Über die grafische Benutzeroberfläche

  1. Gehen Sie zu Start > Systemsteuerung > Netzwerk und Internet > Netzwerk- und Freigabecenter > Adaptereinstellungen ändern (im linken Menü).
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf LAN-Verbindung.
  3. Klicken Sie auf Eigenschaften.
  4. Wählen Sie Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4) aus und klicken Sie auf Eigenschaften.
  5. Klicken Sie auf Folgende IP-Adresse verwenden und geben Sie die Haupt-IP-Adresse Ihres Servers, die Subnetzmaske und das Standardgateway ein, die Sie über den Befehl ipconfig erhalten haben. (Im Feld „Bevorzugter DNS-Server“ geben Sie 213.186.33.99 ein).

Internet Protocol Version 4 (TCP/IPv4) Properties

Achtung: Die Eingabe falscher Informationen führt dazu, dass der Server nicht mehr erreichbar ist. In diesem Fall sind Korrekturmaßnahmen im WinRescue-Modus oder über KVM erforderlich.

Klicken Sie dann auf Erweitert (immer noch in den TCP/IP Einstellungen).

Internet Protocol Version 4 (TCP/IPv4) Properties

Im Bereich IP-Adresse klicken Sie auf Hinzufügen

Advanced TCP/IPv4 Settings

Geben Sie dann Ihre Failover-IP und die Subnetzmaske 255.255.255.255 ein.

TCP/IP Address

Klicken Sie auf Hinzufügen.

Ihre Failover-IP ist jetzt funktionsfähig.

FreeBSD

Schritt 1: Interface bestimmen

Bestimmen Sie zunächst den Namen Ihres primären Netzwerkinterface. Sie können den ifconfig-Befehl für diesen Vorgang verwenden:

ifconfig

Dadurch erhalten Sie das folgende Ergebnis:

ifconfig
>>> nfe0: flags=8843 metric 0 mtu 1500
>>> options=10b
>>> ether 00:24:8c:d7:ba:11
>>> inet 94.23.196.18 netmask 0xffffff00 broadcast 94.23.196.255
>>> inet 87.98.129.74 netmask 0xffffffff broadcast 87.98.129.74
>>> media: Ethernet autoselect (100baseTX )
>>> status: active
>>> lo0: flags=8049 metric 0 mtu 16384
>>> options=3
>>> inet6 fe80::1%lo0 prefixlen 64 scopeid 0x2
>>> inet6 ::1 prefixlen 128
>>> inet 127.0.0.1 netmask 0xff000000 v comsdvt#

In unserem Beispiel lautet der Name des Interface nfe0.

Schritt 2: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, damit Sie jederzeit zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können:

cp /etc/rc.conf /etc/rc.conf.bak

Schritt 3: Die Quelldatei bearbeiten

Die Datei /etc/rc.conf muss geändert werden:

editor /etc/rc.conf

Ergänzen Sie folgende Zeilen am Ende der Datei: ifconfig_INTERFACE_alias0=inet IP_FAILOVER netmask 255.255.255.255 broadcast IP_FAILOVER.

Ersetzen Sie INTERFACE durch den Namen Ihres Interface (wie im ersten Schritt ermittelt) und IP_FAILOVER durch Ihre Failover-IP. Hier ein Beispiel:

ifconfig_nfe0_alias0="inet 87.98.129.74 netmask 255.255.255.255 broadcast 87.98.129.74"

Schritt 4: Interface neu starten

Im letzten Schritt starten Sie Ihr Interface neu:

/etc/rc.d/netif restart && /etc/rc.d/routing restart

Solaris

Schritt 1: Interface bestimmen

Bestimmen Sie zunächst den Namen Ihres primären Netzwerkinterface. Sie können den ifconfig-Befehl für diesen Vorgang verwenden:

ifconfig -a

Dadurch erhalten Sie das folgende Ergebnis:

ifconfig -a
>>> lo0: flags=2001000849 mtu 8232 index 1 inet 127.0.0.1 netmask ff000000 e1000g0: flags=1000843 mtu 1500 index 2 inet 94.23.41.167 netmask ffffff00 broadcast 94.23.41.255 ether 0:1c:c0:f2:be:42

In unserem Beispiel lautet der Name des Interface e1000g0.

Schritt 2: Die Quelldatei erstellen

Erstellen Sie zunächst eine Kopie der Quelldatei, damit Sie jederzeit zum ursprünglichen Zustand zurückkehren können:

editor /etc/hostname.e1000g0:1

Schritt 3: Die Quelldatei bearbeiten

Geben Sie in dieser Datei folgende Informationen ein: IP_FAILOVER/32 up, wobei IP_FAILOVER Ihrer Failover-IP entspricht. Zum Beispiel:

188.165.171.40/32 up

Schritt 4: Interface neu starten

Im letzten Schritt starten Sie Ihr Interface neu:

svcadm restart svc:/network/physical:default

Weiterführende Informationen

Für den Austausch mit unserer User Community gehen Sie auf https://community.ovh.com/en/.


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